9. Oktober 2019

Wie aus CO2 und erneuerbarem Strom klimaneutrale Kraftstoffe werden

Das grüne Startup des Monats Oktober: INERATEC GmbH

Für die »flüchtigen« Energieformen Strom und Wärme existieren bislang nur wenige wirtschaftlich attraktive Technologien zur Speicherung von großen Mengen Energie. Forscher sind auch in Deutschland dabei, diese neuen Technologien zu entwickeln und in der Praxis zu erproben. Eine mögliche Lösung ist das Power-to-Liquid Verfahren. Es wandelt regenerativ erzeugten Strom und Kohlendioxid in flüssige, vielseitig nutzbare Kraftstoffe und chemische Erzeugnisse um. Dieses Verfahren macht sich auch unser grünes Startup des Monats zunutze: INERATEC produziert und vertreibt kompakte Anlagen, die aus bislang ungenutzten Abfall-Gasen wie CO2 klimaneutrale synthetische Kraftstoffe herstellen, die sich beliebig lange lagern lassen.

Die Gründer der INERATEC GmbH (v.l.n.r.): Philipp Engelkamp, Professor Dr. Peter Pfeifer, Dr. Paolo Piermartini und Dr. Tim Böltken. (Foto: INERATEC)

Bereits 2017 wurden mit der »Mobile Synthesis Unit« von INERATEC  im SOLETAIR-Projekt mit dem finnischen Partner VTT »aus Luft und Sonne« die ersten 200 Liter synthetischer Kraftstoff hergestellt. In dem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kopernikus-Projekt P2X (Power-to-X) geht es nun um die Herstellung solcher Kraftstoffe in einem maximal effizienten Anlagenverbund. Zu diesem Zweck hat INERATEC gemeinsam mit der Climeworks AG, der Sunfire GmbH und dem Institut für Mikroverfahrenstechnik (IMVT) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine Power-to-Liquid Demonstrationsanlage im Rahmen des Kopernikus Projekts aufgebaut.

Umwandlung vor Ort möglich durch kleine Reaktor-Anlagen

Power-to-Liquid Demonstrationsanlage im Rahmen des Kopernikus Projekts (Foto: INERATEC)

Die Anlagen von INERATEC sind extrem platzsparend, den Kern bilden chemische Reaktoren. Ein Reaktor als Herzstück jeder Anlage hat gerade einmal die ungefähre Größe eines Schreibtischstuhls, wie das KIT Magazin »Neuland« beschrieb. Daher lässt sich das Verfahren sogar in einem Container umsetzen. Aufgrund dieses modularen Charakters ist die Schwelle für eine Realisierung durch das geringe Skalierungsrisiko deutlich niedriger als bei einer zentralen, chemischen Großanlage. Das Verfahren kann dezentral installiert werden und ist somit dort einsetzbar, wo Solar-, Wind- oder Wasserkraft zur Verfügung stehen.

Klimafreundlicher Treibstoff für nachhaltige Mobilität

Die Vision des INERATEC Teams: Eine baldige Nutzung der Anlagen in Solar- und Windparks wäre ein großer Beitrag zur Energiewende, indem sie kostengünstig regenerativen Strom zu unter anderem in Form von synthetischen Kraftstoffen speichern (Power-to-Liquid). Deren Einsatz in der Schiff- und Luftfahrt böte zudem die Möglichkeit, auch kaum elektrifizierbare Bereiche in der Mobilität klimafreundlich zu gestalten.

Flüssigtreibstoffe für den Flugverkehr

Die Herstellung eines klimaneutralen Kraftstoffes speziell für den Flugverkehr ist ein mehr als aktuelles Thema – sie betrifft die Zukunft der nachhaltigen Mobilität. Denn trotz der erheblichen Klimabelastung hat der Luftverkehr in den letzten Jahren stark zugenommen, Tendenz weiterhin steigend. Flüssigtreibstoffe sind aufgrund ihrer hohen Energiedichte in diesem Bereich weitestgehend unersetzbar.

INERATEC GmbH

Gegründet wurde INERATEC 2016 von Dr. Tim Böltken, Philipp Engelkamp, Dr. Paolo Piermartini und Professor Dr. Peter Pfeifer als Spin-off des KIT (Karlsruher Institut für Technologie). Bereits 2018 gab es in Europa 9 Pilotanlagen, 20 Kunden und 25 Mitarbeiter.

Unsere Frage an das Startup: Wieso ist INERATEC nachhaltig?

»Wir sind nachhaltig, weil wir den Klimakiller CO2 in klimaneutralen Kraftstoff umwandeln und so schon heute einen großen Beitrag zur Energiewende leisten!«

Wir wünschen INERATEC einen schnellen und klimaneutralen Erfolg!

Quellen und weitere Infos:

www.ineratec.de

Kopernikus-Projekt Power-to-X

Artikel: Kraftstoff aus Kohlendioxid, Wasser und Ökostrom, in: moto.ch, 24.09.2019

Kontakt:

INERATEC GmbH, Tel.: +49 (0) 721/864844-60, info@ineratec.de, Siemensallee 84, 76187 Karlsruhe

Web: www.ineratec.de

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